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Netzanschluss und Inbetriebnahme

Prozessschritte zum Netzanschluss

Im Folgenden werden die verschiedenen Schritte zum Netzanschluss Ihrer EEG- oder KWK-Anlage dargestellt. Wichtige Unterlagen, wie die entsprechenden Datenblätter, stehen als Download für Sie bereit.

Die dargestellten Schritte bilden den Ablauf des Netzanschlussverfahrens in abstrakter Form ab. Im Einzelfall können sich auch Abweichungen von den dargestellten Prozessschritten ergeben.

1. Planung Ihrer EEG- und KWK-Anlage

Für die Auswahl des Standorts und die Erstfestlegung der technischen Anschlusslösung können Sie sich bei Bedarf an ein Fachunternehmen wenden. Eine ebenfalls ggfs. erforderliche öffentlich-rechtliche Genehmigung ist bei der zuständigen Fachbehörde zu beantragen. Der Genehmigungsantrag oder der Genehmigungsbescheid sind jedoch nicht erforderlich, um die Bearbeitung Ihrer Netzanschlussanfrage durch uns auszulösen.

Für den Anschluss und den Betrieb von Erzeugungsanlagen an dem Netz der Stadtwerke Wolfenbüttel gelten die nachfolgend dargestellten Anschlussbestimmungen:

Anschluss an das Niederspannungsnetz

Für Anschluss und Betrieb von Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz der Stadtwerke Wolfenbüttel gelten neben den Technischen Anschlussbestimmungen TAB 2012 ab dem 27.04.2019 die VDE-Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 und die VDE-AR-N 4100 sowie die BDEW TAR 2019, soweit diese nicht von den VDE-Anwendungsregeln abweicht. Für „bestehende Stromerzeugungsanlagen“ im Sinne der Verordnung (EU) 2016/631 zur Festlegung eines Netzkodex mit Netzanschlussbestimmungen für Stromerzeuger gilt gemäß § 118 Abs. 25 EnWG eine Übergangsfrist bis zum 30.06.2020. Stromerzeugungsanlagen sind als bestehend anzusehen, wenn sie bis zum 30.06.2020 in Betrieb genommen wurden und für sie vor dem 27.04.2019 eine Genehmigung nach dem Bau- oder Bundes-Immissionsschutzgesetz erteilt wurde oder der Anschluss an das Netz begehrt wurde und eine solche Genehmigung nicht erforderlich ist. Für diese Anlagen kann daher bis zu diesem Datum, dem 30.06.2020, die VDE-AR-N 4105 aus dem Jahr 2011 angewandt werden.

Anschluss an das Mittelspannungsnetz

Für Anschluss und Betrieb von Erzeugungsanlagen am Mittelspannungsnetz ist ab dem 27.04.2009 die VDE-AR-N 4110 anzuwenden. Für „bestehende Stromerzeugungsanlagen“ gilt gemäß § 118 Abs. 25 EnWG gleichermaßen die Übergangsfrist bis zum 30.06.2020. Stromerzeugungsanlagen sind als bestehend anzusehen, wenn sie bis zum 30.06.2020 in Betrieb genommen wurden und für sie vor dem 27.04.2019 eine Genehmigung nach dem Bau- oder Bundes-Immissionsschutzgesetz erteilt wurde oder der Anschluss an das Netz begehrt wurde und eine solche Genehmigung nicht erforderlich ist. Für diese Anlagen kann daher die TAB Mittelspannung 2008 und die BDEW-Richtlinie „Erzeugungsanlagen am Mittelspannungsnetz“ nebst „Regelungen und Übergangsfristen von Januar 2013“ bis zum 30.06.2020 angewandt werden.

Die VDE-Anwendungsregeln können bei den Stadtwerken Wolfenbüttel eingesehen werden oder sind beim VDE erhältlich. 

Technische Vorgaben zum Einspeisemanagement

Für den Anschluss Ihrer Anlage sind darüber hinaus die technischen Vorgaben zum Einspeisemanagement gemäß § 9 EEG zu beachten.

Messkonzept

Bei der Entscheidung für ein Messkonzept können Sie das VBEW-Messkonzepte-Handout als Orientierungshilfe heranziehen. Dies entbindet Sie jedoch nicht davon, das Messkonzept im Einzelfall mit uns abzustimmen.

Erweiterung oder Veränderung von Erzeugungsanlagen

Bitte beachten Sie, dass auch die Erweiterung oder Veränderung einer bestehenden Erzeugungsanlage bei den Stadtwerken Wolfenbüttel gemeldet werden muss, wenn damit eine geänderte Einspeiseleistung einhergeht. 

Checkliste

Um Ihnen den Anschluss Ihrer Erzeugungsanlage so einfach wie möglich zu gestalten, haben wir für Sie je nach Anwendungsfall eine Checkliste der Unterlagen zusammengestellt, die wir von Ihnen benötigen.

2. Netzanschlussanfrage

Zunächst melden Sie bitte Ihre geplante EEG- oder KWK-Anlage zum Anschluss an das Netz an. Hierfür sind bei den Stadtwerken Wolfenbüttel die Mitarbeiter des  Teams Mess- und Datenmanagement (msb@stadtwerke-wf.de) zuständig. Die Anmeldung zum Anschluss an das Netz kann auch von einem bei den Stadtwerken eingetragenen Installateur erfolgen. In der Regel verfügen die im Netzgebiet ansässigen Elektroinstallationsfirmen über eine Zulassung bei den Stadtwerken.

Für die Anmeldung Ihrer geplanten EEG- oder KWK Anlage reichen Sie bitte folgende Unterlagen ein:

Bei Anschluss an das Niederspannungsnetz:

  • ausgefüllte VDE Formulare "Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz gemäß VDE-AR-N 4105:2018-11"
    E.1, E.2, E.3, E.4, E.5, E.6
  • Anmeldung zum Netzanschluss (Strom)
  • Messkonzept
  • Datenblätter der Komponenten
  • Lageplan
  • Übersichtsschaltplan
  • Zertifikat für die Leistungsflussüberwachung am Netzanschlusspunkt

Bei Anschluss an das Mittelspannungsnetz:

  • ausgefüllte VDE Formulare "Erzeugungsanlagen am Mittelspannungsnetz gemäß VDE-AR-N 4110:2018-11"
    E.1, E.2, E.4, E.5, E.8
  • Lageplan
  • Übersichtsschaltplan

3. Netzverträglichkeitsprüfung 

Nach Eingang Ihrer Netzanschlussanfrage wird sich ein Mitarbeiter des Teams Mess- und Datenmanagement (msb@stadtwerke-wf.de) der Stadtwerke Wolfenbüttel mit Ihnen in Verbindung setzen. Soweit wir für die Bearbeitung Ihrer Netzanschlussanfrage zuständig sind, werden wir diese nach dem Pflichtenprogramm des § 8 Abs. 5 und 6 EEG bearbeiten. Für KWK-Anlagen findet § 8 EEG ebenfalls Anwendung (§ 3 Abs. 1 S. 2 KWKG).

Sollten wir nach Eingang Ihrer Netzanschlussanfrage noch weitere Informationen von Ihnen benötigen, werden wir Sie darüber informieren. Bitte beachten Sie, dass erst bei Vorlage aller Antragsunterlagen eine Aussage zum geeigneten Netzverknüpfungspunkt im Netz der Stadtwerke Wolfenbüttel getroffen werden kann.

4. Herstellung und Inbetriebnahme des Netzanschlusses 

Bei der Bauausführung der Anschlussanlage durch einen fachkundigen Dritten sind u.a. die bereits oben unter 1. erwähnten Technischen Anschlussbestimmungen (TAB) sowie die VDE-Anwendungsregeln und technischen Vorgaben zum Einspeisemanagement zu beachten.

Die Eigentumsgrenze zwischen dem Netz der Stadtwerke Wolfenbüttel und der ggfs. vorhandenen Kundenanlage wird im Anschlussvertrag definiert.

Nach der Fertigstellung der Anschlussanlage reichen Sie bitte folgende Unterlagen ein:

Bei Anschluss an das Niederspannungsnetz:

  • Fertigmeldung zur Inbetriebsetzung

Bei Anschluss an das Mittelspannungsnetz:

  • ausgefüllte VDE Formulare "Erzeugungsanlagen am Mittelspannungsnetz gemäß VDE-AR-N 4110:2018-11"
    E.6, E.7

Messstellenbetrieb

Anschließend werden die Messeinrichtungen durch die Stadtwerke Wolfenbüttel als grundzuständigem Messstellenbetreiber gesetzt. Alternativ können Sie als Anlagenbetreiber auch einen Dritten im Sinne von § 5 Messstellenbetriebsgesetz beauftragen oder den Messstellenbetrieb selbst übernehmen, soweit Sie als Betreiber der Messstelle die gesetzlichen Anforderungen, die das Messstellenbetriebsgesetz an einen Dritten stellt, auch selbst erfüllen. Für die Einzelheiten dürfen wir Sie auf § 10a EEG und § 14 KWKG sowie auf das Messstellenbetriebsgesetz verweisen.  

5. Inbetriebnahme und technische Abnahme Ihrer EEG- oder KWK-Anlage

Die Inbetriebnahme Ihrer EEG- oder KWK-Anlage erfolgt durch den Errichter der Anlage und Sie, am besten im Beisein eines Mitarbeiters der Stadtwerke Wolfenbüttel.

Nach erfolgreicher Inbetriebnahme Ihrer EEG- oder KWK-Anlage reichen Sie bitte folgende Unterlagen ein:

Bei Anschluss an das Niederspannungsnetz:

  • ausgefüllte VDE Formulare "Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz gemäß VDE-AR-N 4105:2018-11"
    E.7, E.8
  • Konformitätserklärung für Erzeugungsanlagen/Speicher
  • Fotos der Erzeugungsanlagen

Bei Anschluss an das Mittelspannungsnetz:

  • ausgefüllte VDE Formulare "Erzeugungsanlagen am Mittelspannungsnetz gemäß VDE-AR-N 4110:2018-11"
    E.10, E.11, E.12, E.13, E.14, E.15
  • Fotos der Erzeugungsanlagen

6. Förderung des erzeugten Stroms

Einspeisevertrag

Nach der Inbetriebnahme Ihrer EEG- und KWK-Anlage bieten wir Ihnen den Abschluss eines Vertrages über die Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren Energien bzw. aus Kraft-Wärme-Kopplung an.

Fördermodalitäten

Die Auszahlung der gesetzlichen Förderung erfolgt in monatlichen Abschlagszahlungen. Zur Klärung der Frage, welche Dokumente von Ihnen hierfür ggfs. noch einzureichen sind, wenden Sie sich bitte rechtzeitig an uns. Bitte beachten Sie hierbei insbesondere die Vorgaben der §§ 21b und 21c EEG.

Registrierung von EEG-Anlagen

Betreiber von EEG-Anlagen sind verpflichtet, die Stammdaten im Marktstammdatenregister einzutragen. Für Anlagenbetreiber, die die erforderlichen Angaben nicht an das Register übermitteln, verringert sich der anzulegende Wert um 20 %. Bei Anlagenbetreibern, die zusätzlich keine Meldung nach § 71 Nr. 1 EEG abgeben, sieht das Gesetz vor, dass sich der „anzulegende Wert“ auf null verringert, § 52 Abs. 1 EEG. 

Einzelheiten zum Marktstammdatenregister finden Sie auf der Seite der Bundesnetzagentur.

Zulassung Ihrer KWK-Anlage beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

Betreiber von KWK-Anlagen können nach Maßgabe des KWKG eine Förderung erhalten. Voraussetzung für den Erhalt der Förderung ist u.a. eine Zulassung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Informationen hierzu finden Sie auf der Seite des BAFA.

Gesetzliche Grundlagen

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG)

Kraftwerks-Netzanschlussverordnung (KraftNAV)

Verordnung zum Nachweis elektrotechnischer Eigenschaften (NELEV)

Messstellenbetriebsgesetz (MsBG)

Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

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