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Ü20 PV-Anlage

Wenn die EEG-Förderung endet, bedeutet dies nicht zwangsläufig das Ende der Einspeisevergütung. Der Bundestag hat das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Ende 2020 um Regelungen für sogenannte Ü20-Anlagen (ausgeförderte Anlagen) ergänzt. Als Betreiber dürfen Sie weiterhin Ihren Strom ins Netz einspeisen und erhalten als Vergütung den „Jahresmarktwert Solar“. Diese Regelung ist befristet bis Ende 2027.

Die Vergütung bemisst sich nach dem Börsenpreis des Stroms (Jahresmarktwert Solar). Vom Marktwert Solar wird noch eine Pauschale abgezogen, die bei den Netzbetreibern die Kosten für die Vermarktung des Solarstroms decken soll. Die Pauschale betrug im Jahr 2021 pro Kilowattstunde 0,4 Cent und wird ab 2022 von den Netzbetreibern aus den tatsächlich anfallenden Kosten ermittelt.

Die Pflicht für alle PV-Anlagen Änderungen im Marktstammdatenregister zu dokumentieren ist obligatorisch. Einzutragen sind technische Änderungen an der Anlage, Betreiberwechsel, den Wechsel von Voll- zur Überschusseinspeisung (Wechsel der Einspeiseart) und die Stilllegung. 

FAQ´s Ü20 PV

Gibt es eine Anschlussregelung für ausgeförderte Anlagen?

Ja, mit dem EEG 2021 wurde die Einspeisevergütung für ausgeförderte Anlagen eingeführt, die durch den Netzbetreiber abgewickelt wird. Informationen bezüglich der Anforderungen und des Prozesses müssen beim zuständigen Netzbetreiber angefragt werden. Grundsätzlich gilt allerdings, dass der Übergang von der geförderten in die ausgeförderte Einspeisevergütung automatisch geschieht.

Muss ich als Betreiber einer Post-EEG-Anlage aktiv handeln?

Nein, der Wechsel aus der geförderten Einspeisevergütung in die ausgeförderte Einspeisevergütung geschieht automatisch. Wir schreiben Sie hierzu an und informieren Sie.

Der Anlagenbetreiber muss sich hierbei vorerst um nichts kümmern. Allerdings stellt die ausgeförderte Einspeisevergütung nur eine Übergangslösung dar. Betreiber von Anlagen müssen sich rechtzeitig für einen Wechsel in eine andere Vermarktungsform bemühen.

Ist ein neuer Stromeinspeisevertrag erforderlich?

Ja, unser Stromeinspeisevertrag „Einspeisung zur Einspeisung aus ausgeförderter Solaranlage“ ist erforderlich, um eine Einspeisevergütung nach dem ersten Förderungszeitraum zu erhalten. Der bestehende Stromeinspeisvertrag endet automatisch zum Ende der definierten Laufzeit (max. nach 20 Jahren).

Wie erfolgt die Einspeisevergütung?

Die Einspeisevergütung erhalten Sie wie gewohnt auf Ihr Konto. Hierfür müssen wir lediglich ein neues SEPA-Mandat für Sie wg. des neuen Vertrages einrichten. Eine Abrechnung erfolgt dann einmal jährlich zum Jahresende.

Gilt die neue Eigenverbrauchsregelung auch für Bestandsanlagen?

Ja, auch für Bestandsanlagen gilt: Die Grenze, ab der eine anteilige EEG-Umlage in Höhe von 40% bei Eigenverbrauch gezahlt werden muss, wird von 10 auf 30 kW angehoben. Betreiber von Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von maximal 30kWp und einem jährlichen solaren Eigenverbrauch von bis zu 30.000 kWh müssen also künftig für den selbst verbrauchten Solarstrom keine EEG-Umlage mehr bezahlen.

Wie hoch ist die Vergütung für ausgeförderte Anlagen?

Die Einspeisevergütung für ausgeförderte Anlagen orientiert sich am technologiespezifischen Jahresmarktwert, der für PV Anlagen aktuell bei etwa 3 – 4,5ct/kWh liegt, abzüglich der Vermarktungskosten für den Netzbetreiber, der vom Übertragungsnetzbetreiber jährlich errechnet wird.

Wahl der Vermarktungsform - Ihre Entscheidung

Sie entscheiden, ob Sie Ihre Anlage weiter betreiben oder außer Betrieb nehmen. Möchten Sie Ihre Anlage weiterbetreiben, stehen Ihnen 2 Möglichkeiten zum Weiterbetrieb Ihrer Anlage(n) offen.

  1. 1. Volleinspeisung

Sie speisen weiterhin die erzeugte Energie vollständig in das Netz ein und bleiben in der sog. Volleinspeisung. In diesem Fall müssen Sie die eingespeiste Energie direkt vermarkten. Direktvermarktung bedeutet, dass der Strom in den meisten Fällen an der Strombörse verkauft wird. Obwohl es "Direktvermarktung" heißt, vermarkten Sie als Anlagenbetreiber ihren Strom nicht selbst an der Strombörse. Stattdessen übertragen sie diese Aufgabe einem Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat: einem sogenannten Direktvermarkter.

  1. 2. Überschusseinspeisung

Sie verbrauchen zukünftig den erzeugten Strom selbst und wechseln in die sog. Überschusseinspeisung, d.h. Ihr nicht verbrauchter Strom wird ins Netz eingespeist und vergütet.

Bitte beachten Sie bei einem Wechsel von der Volleinspeisung in die Überschusseinspeisung:

  • Es ist frühzeitig ein Elektrofachbetrieb einzubinden. Der Elektrofachbetrieb rüstet die Stromzähleranlage um und meldet den Umbau bei uns als Netzbetreiber an. Durch die Umstellung wird in der Regel ein Zählerwechsel erforderlich.
  • Beim Wechsel in die Überschusseinspeisung wird die Anlage nach derzeitigem Stand EEG-umlagepflichtig.
  • Der sog. „Reststrom“, den Sie nicht selbst verbrauchen, wird in das Netz eingespeist.
  • Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz - EEG 2021)

 

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